Progression auf eine Zahl

und die persönliche Permanenz in der Wissenschaft des Roulette


 

Die persönliche Permanenz und der Zufall

 

 

Eine junge Dame trat an den Spieltisch und setzte blindlings auf Rot. Sie gewann und ließ Einsatz und Gewinn stehen. "Wissen Sie nicht, was Sie da tun?", frage sie ein alter Spieler entsetzt. "Rot ist soeben zum 21. Mal erschienen!" Die junge Dame, unsicher geworden, nahm Einsatz und Gewinn und setzte auf Schwarz. Es kam abermals Rot.

 

"La Roulette n'a Pas de mémoire", hat ein erfahrener Roulettekenner einmal gesagt: "Das Roulette hat kein Gedächtnis". Der erste Coup wird nur durch den Zufall bestimmt und was ihm recht ist, muss dem folgenden Coup billig sein. Wenn immer der Croupier die Kugel wirft, beginnt das Walten des Zufalls von neuem. Mit anderen Worten: Jeder Coup ist selbständig.

 

Dennoch spricht selbst der mathematische Laie von Zufall, wenn ihm an einem Tag 75 Autos mit gerader und nur 25 Autos mit ungerader Endziffer auf dem Nummernschild begegnen. Kein Zufall ist es, wenn man in München mehr Autos mit dem Kennzeichen M als mit dem von Liechtenstein begegnet. Trifft man aber, ohne dass etwa eine größere Gesellschaft aus Liechtenstein in München ist, hier in München dreißig verschiedene PKW's aus Liechtenstein, so wird man bereits von einem Zufall sprechen. Ist also der Zufall die Abweichung vom Erwarteten?

 

Nein. Diese Abweichung heißt Ecart und nicht Zufall. Das zufällige Zusammentreffen mehrerer Ereignisse ist ein Zusammentreffen, das durch keine diesen Ereignissen innewohnenden Kräfte oder ihnen anhaftenden Eigenschaften oder wie man es auch sonst formulieren will, zustande gekommen ist, sondern eben fand von ungefähr, unbeeinflusst, "par Hasard". Die Kraft, der Motor, der das Zusammentreffen dieser Ereignisse verursacht, ist der Zufall.

 

Ereignisse, die ihr Zustandekommen nur dem Zufall zu verdanken haben, sind gegenseitig gleichberechtigt. Die Möglichkeit, dass wir eine Autonummer mit einer geraden Endziffer sehen, ist ebenso groß wie die für eine ungerade Endziffer, wenn es an dem betreffenden Ort nicht gerade mehr Autonummern mit gerader als ungerader Endziffer gibt. Die Möglichkeit, dass eine in die Luft geworfene Münze Kopf zeigt, ist ebenso groß, wie die für Zahl. Und wenn die schwarzen und roten Fächer im Roulettekessel gleich groß sind, ist die Möglichkeit für das Erscheinen von Schwarz beim Roulette genau so groß wie für Rot und zwar grundsätzlich ohne Rücksicht darauf, ob zuvor ein Mal, zehn Mal oder 21 Mal Rot gekommen ist. Sind also die Möglichkeiten für mehrere Ereignisse gleichwertig, so bestimmt in jeder Phase nur der Zufall darüber, welches von ihnen eintritt.

 

Betrachten wir aber eine authentische Roulette-Permanenz von einigen hundert Coups, so fällt uns auf, dass sie schwarze und rote, gerade und ungerade, zu Passe und zu Manque gehörige Zahlen enthält. Im Laufe von ca. 100 Jahren hat man in die Casinos der Welt nur ein einziges Mal authentisch 29 und vielleicht auch etwas mehr Passecoups (19-36) gezählt, aber man hat niemals 500 nur zu Passe gehörige Coups in Folge angetroffen. Man hat auch noch niemals erlebt, dass innerhalb von 37 Coups alle 37 Zahlen erschienen sind. Man hat auch noch niemals die zwanzigfache Wiederholung irgend einer bestimmten Zahl erlebt. Die Permanenzen, entstanden aus selbständigen, nur durch den Zufall ausgesuchten Coups, zeigen eine Gesetzmäßigkeit, die beweist, dass auch die dem einzelnen Coup innewohnende Selbständigkeit nicht unbegrenzt sein kann.

 

Wie aber verträgt sich das zufällige Zustandekommen des einzelenen Coups und damit der Permanenz mit der ihm und ihr innewohnenden Abhängigkeit von Gesetzen? Es gibt darauf nur eine Antwort:

 

Auch der Zufall ist Gesetzen unterworfen.

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